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Wechsel von O2 zu 1&1 Doppelflat 50.000 – meine Erfahrungen

| 5 Kommentare

1und1-logo Momentan bin ich noch mit einem ganz alten O2 Alice Vertrag im Internet. Dieser bietet mir eine 16.000kbit Internetflat (ohne Drosselung) und einen normalen Minuten genau abgerechneten Telefonanschluss (also keine Flat) für 24,95€ im Monat. Ich kann monatlich kündigen, habe also keine Mindestlaufzeit. Da ich so gut wie nie mit meinem Telefon telefoniere, sondern meist mit meinem Handy, benötigte ich damals – und heute wahrscheinlich auch nicht – auch keine Telefonflatrate.

So schön so gut. Ich hätte aber mittlerweile sehr gern eine 50.000kbit Internetflat, vor allem wegen dem deutlich höheren Upload von meistens 10.000kbit. Also habe ich mich mal ein wenig schlau gelesen. Dabei fiel mir auf, dass ich für meinen jetzigen O2 Vertrag eine „Option Speed“ buchen kann. Sehr schön! Der Supportmitarbeiter versicherte mir das durch meinen Altvertrag keine Drossel ab 300GB im Monat (diese Fair-Use-Mechanik) greift. Ob man diesem nun glauben schenken kann weiß ich allerdings nicht.
Größtes Problem waren an dieser Option aber die einmaligen Kosten. Würde ich die „Option Speed“ wieder mit keiner Mindestvertragslaufzeit wählen, so würde ich für die Einrichtung 49,99€ zahlen. Einen neuen VDSL-fähigen Router würde ich ebenfalls benötigen, also würde ich für 49,99€ eine O2 VDSL Box bekommen. Zum Schluss noch die Portokosten von 9,99€

Macht summa summarum: 109,97€ – ohne das ich weiß ob VDSL wirklich bei mir geschaltet werden kann oder ob überhaupt ein Port für mich im entsprechenden Verteilerkasten frei ist.
Würde ich die Option mit einer 24 monatigen Vertragslaufzeit wählen, so verringern sich die einmaligen Kosten auf 59,98€ – dann bin ich aber 24 Monate gebunden.

Die Auswahl

So, aber es gibt ja noch ein paar andere DSL-Anbieter wie zum Beispiel 1&1, Telekom, Vodafone, Kabel Deutschland oder auch Congstar. Ich habe jetzt explizit mal die regionalen raus gelassen, weil ich gesehen habe das diese oftmals bei mir nicht verfügbar sind.
Von all den Anbietern war 1&1 eigentlich der „beste“ Anbieter mit seiner 1&1 Doppelfalt 50.000, was das Angebot anging.

Kabel Deutschland: Zu niedriger Upload bei 50MBit – nämlich nur 2Mbit, selbst bei einer 100MBit Leitung bieten die „nur“ 6MBit Upload. Für heutige Verhältnisse einfach lächerlich, vor allem weil alles zunehmend in die Cloud wandert und man ja auch große Dateien in diese sichern möchte oder mal ein YouTube in FullHD hochladen will. Wenn ich das mit so einer lahmen Verbindung mache, wächst mir ein 3-Tagebart! Außerdem drosseln sie die Geschwindigkeit, wenn man mehr als 60GB pro Tag herunterlädt. Will ich also GTA5 herunterladen, kann ich danach keine FullHD YouTube-Videos mehr schauen.

Vodafone: Etwas teurer als 1&1 – zumindest muss man dort die Bereitstellungsgebühr bezahlen.

Telekom: Zu teuer – Hier hätte man sogar noch die Bereitstellungsgebühr von knappen 70€ zahlen sollen und ein WLAN-Router ist ebenfalls nicht dabei. Einen Wechslerbonus gibt es hier leider nicht.

Congstar: Zu teuer – Auch hier sollte man eine Bereitstellungsgebühr von 60€ zahlen UND den WLAN-Router. Außerdem erhierlt man ebenfalls wie bei der Telekom keinen Wechslerbonus.

Also blieb nur noch 1&1 mit ihrem 1&1 Doppelflat 50.000 Tarif übrig. Hier zahlt man für 24 Monate 29,99€ (danach 39,99€), erhält die FritzBox 7360 (wenn ich mich nicht irre) kostenfrei, einen Wechslerbonus von 100€, zahlt keine Anschlussgebühren und wenn man noch einen Freund hat, der ebenfalls Kunde bei 1&1 ist, bekommt der auch noch Geld gutgeschrieben. In dem Fall von der 1&1 Doppelflat 50.000 bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten ganze 100€ – zumindest im April noch. Die einzigen Kosten die man zu zahlen hat, sind die Portokosten von 9,60€. Vertretbar wie ich finde.

Das alles klingt ja schon sehr verlockend! Man brauch bei dem Abschluss im Grunde nichts weiter machen als sich zurückzulehnen und abzuwarten. 1&1 würde meinen laufenden monatlich kündbaren Vertrag bei O2 kündigen, meine Haustelefon-Rufnummer portieren und dann… – dann würden sie laut der Telefonverkäuferin am Hörer vorerst eine 16.000er Leitung schalten, um mich danach auf die gewünschte 50.000er umzustellen. Auf die Frage hin warum das so gemacht wird, hieß es „Die Telekom kann nur ihre eigenen Rufnummern auf VDSL umstellen, also muss erstmal eine Portierung und Freischaltung einer 16.000 Leitung stattfinden um dann entsprechend hochschalten zu können. Wundern Sie sich nicht wenn da was von einer 16.000er Leitung drin steht.“ Aha, nun gut, dann soll das halt so gemacht werden, wenn das angeblich technisch nicht anders möglich ist. Also bestellt und die Bestellbestätigung erhalten.

Ihr Wunschtarif: Doppelflat 16.000

Aber was steht denn da als bestellter Tarif?! Ihr gewünschter Tarif: 1&1 Doppelflat 16.000 – Moment, den Tarif habe ich doch gar nicht bestellt! Mein Wunschtarif war die 1&1 Doppelflat 50.000! Also habe ich nochmal bei 1&1 angerufen und nachgefragt, warum in meiner Bestellbestätigung etwas falsches steht, was ich gar nicht bestellt habe. Antwort war wie oben schon erwähnt, aus technischen Gründen müsse erstmal ein Zwischenweg mit einer 16.000er Leitung gegangen werden. Schön und gut, aber warum steht trotzdem in meienr Bestellung nichts von einer VDSL 50.000er Leitung? Antwort war „Das würde man bei einem Anbieterwechsel mit Rufnummerübernahme immer so machen“ und ob ich den „Wegweiser zur 50.000er Leitung“ gelesen hätte. Ja natürlich habe ich den gelesen, aber da steht ja nur wie 1&1 verfährt bei oben genannter Aktion.
Die Frau konnte mir also nicht helfen und ich habe schlussendlich die Bestellung vorerst widerrufen.

Mein Verdacht – mag sein, dass ich da falsch liege – ist nämlich folgender: Mal abgesehen davon das vor Schaltung von VDSL eine 16Mbit Flat geschaltet werden muss, was ich ja auch absolut akzeptiere, wenn die Telekom da nicht anders verfährt, bin ich der Meinung das 1&1 so den Kunden an sich binden will. Denn wenn ggf. doch kein VDSL geschaltet werden kann, dann hat man als Kunde nichts in der Hand. Im Vertrag steht man hat eine Doppelflat 16.000 bestellt, die hat man bekommen, beschweren kann man sich nicht. Somit ist man 24 Monate an 1&1 gebunden und wurde plump gesagt verar***t.
Dieser „Wegweiser“ hat ja auch nichts mit dem Vertrag zu tun, dass ist einfach nur ein Wisch auf dem erzählt wird, dass „schnellstmöglich“ die 50.000er Leitung aufgeschaltet wird. Was bedeutet „schnellstmöglich“ in diesem Zusammenhang? 2 Wochen, 3 Monate oder gar 5 Jahre? Beschweren kann man sich nicht, es steht ja nichts von der 50MBit Leitung in der Bestellung. In dem „Wegweiser“ steht weiterhin geschrieben

„Sollte sich während der Bearbeitung Ihres Auftrages herausstellen, dass wir Ihnen keine 1&1 Doppelflat 50.000 bereitstellen können, so haben Sie ein Recht auf Sonderkündigung.“

Natürlich, man hat dann ein Recht auf Sonderkündigung – bei einer bestellten Doppelflat 16.000. 😉
Nein, ich wette 1&1 würde sich davor Streuben den Vertrag zu kündigen.

Natürlich ist das nur eine reine Spekulation, ich kann ja nicht sagen wie es weiter gegangen wäre, aber warum steht in meiner Bestellung etwas, was ich gar nicht bestellt habe? Man kann doch trotzdem die Bestellung so verfassen, dass mein Wunschtarif vermerkt ist, aber mit dem Hinweis das vorher eine DSL 16MBit geschaltet wird.

Wenn ich bei Amazon ein rotes Unterhemd bestelle, dann steht in der Bestellbestätigung ja auch ein rotes Unterhemd und nicht eine blaue Unterbuxe. Also ich verstehe nicht was 1&1 da versucht, wie oben geschrieben habe ich meine Bestellung widerrufen und schaue mal was ich nun mache.

Ihr könnt mir ja mal in die Kommentare schreiben ob ihr ähnliche Erfahrungen mit 1&1 oder anderen Internet-Providern gemacht habt und wie ihr reagiert habt.

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Autor: Pascal

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5 Kommentare

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    Die Verträge der DSL-Dienstleister haben leider oft solche Haken wie den von dir bei 1&1 beschriebenen.

    Wir setzen hier auf einen o2 DSL-Vertrag mit der Speed-Option. Von den 50.000 kommen zwar meist nur ~30.000 an, das genügt aber. Und nachdem es auch ein unlimitierter Altvertrag ist werden wir so schnell nicht wechseln.

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      Hey,
      ja die Option Speed hätte ich auch wählen können, aber wie oben geschrieben hätte ich da satte 110€ zahlen müssen. Das war es mir dann irgendwie nicht wert.

      Mittlerweile habe ich Vodafone bestellt. Dazu werde ich einen Artikel in naher Zukunft veröffentlichen 🙂

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    Mir hatte die freundliche O2-Mitarbeiterin ebenfalls versichert, dass es für Altkunden die auf VDSL umgestellt werden keine Trafficlimitierung gibt. Jetzt wollen die davon natürlich nichts mehr wissen. Ich will daher zu 1und1 wechseln (nicht weil ich die besonders toll finde, sondern weil die ausser der Telekom und O2 die einzigen sind die hier VDSL anbieten und kein Traffic Limit haben), aber da ist dann die angesprochene Probematik mit dem 16.000er Anschluss. Ich denke, deine Skepsis ist hier durchaus angebracht. 1und1 hat mir am Telefon auch schon Zeug versprochen, das sich nachher nicht halten lies. Merke: Trau keinem ISP und lass dir alles schriftlich bestätigen. Was aber auch nicht so einfach ist, denn zumindest bei O2 können die Mitarbeiter an der Hotline anscheinend keine Mails verschicken.

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      Hey, ja ich würde auch jedem raten sich solche Versprechen eines ISP schriftlich bestätigen zu lassen. Wenn sie auf diese Anfrage nicht reagieren oder mit Ausreden kommen, weiß man an sich schon das das nicht so stimmt was einem der Telefonmensch da erzählt hat.

      Die Frau von 1&1 am Telefon hat ja auch rum gedruckst und gesagt, dass es nicht gehen würde die 1&1 Doppelflat 50.000 in die Auftragsbestätigung zu schreiben. Und wenn das schon nicht geht, dann sollte man es doch lieber mit diesem ISP lassen auch wenn man eigentlich das gewünschte Angebot haben will. Hat sonst nur Nachteile…

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    Sei Vorsichtig bei 1&1. Die haben mich auch schon verar…t. Ich musste 2 Jahre 10 Euro für nix mehr zahlen, weil die Verkäuferin am Telefon mir eine „Story“ erzählt hat von wegen das ich nicht mehr bezahlen muss. Also Brief per Einschreiben geschickt, der NATÜRLICH nicht aufzufinden war und das Telefongespräch wurde ja aufgezeichnet, die plötzlich auch gelöscht wurde. Musste 2 Jahre aushalten und habe dann gekündigt, weil ich echt sauer war. Dahin würde ich nie wieder wechseln und denen auch nicht glauben, was die mir auftischen!

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